im orpheum eXtra (kleiner Saal)
TRIOL (A)
Andreas Tentschert – fender rhodes, electronics
Walter Singer – bass
Florian Baumgartner – drums
Groove trifft Free: Drei Exiltiroler suchen nach neuer Triomusik und finden diese irgendwo zwischen kollektiver Improvisation und wohldurchdachten Komposition unter reger Beteiligung analoger Vintage - Sounds, die eingebettet in Drum`n Bass - oder Funk - Grooves äußerst gerne mit freieren Gefilden kokettieren. Wer jetzt noch nicht weiß, was diese drei Herren spielen könnten, dem helfen die wichtigsten Einflüsse auf die Sprünge: Martin, Medeski & Wood, Erik Truffaz, Bedrock-Trio, Thelonious Monk.
aura:L sculptures (A, D)
Laura Winkler - vocals
Adrian Kleinlosen - trombone
Benny Omerzell - piano
Michael Ringer - bass
Valentin Schuster – drums
Raus aus der Brutstätte! Spielen, spielen, spielen...
Laura Winkler hat ihre Traumbesetzung gefunden, die sie seither mit selbst gebrauten NuJazz-Klängen speist. Da wird ordentlich dazu gesenft, Teamwork ist die Devise.
Die musikalische Offenheit der Musiker erlaubt ein Suchen und Ausprobieren, viel Interaktion und ein kollektives Über-den-Tellerrand-Schauen fernab von Klassifizierungen...
JW BERN: DIE PILZE (CH)
Benedikt Reising – altosax
Xavier Nussbaum – tenorsax
Martin Eberle – trumpet, fluegelhorn
Benjamin Külling – piano, fender rhodes
Marco Müller – bass
Rico Baumann oder Lukas König – drums
Ohne sich in Schwindel erregenden, grammatikalisch zweifelhaften Nebensatzkonstruktionen zu verlieren, erzählen die Pilze vom Königreich Rench, von einem Gebetsbuch aus grauer Vorzeit, von Rimski Korsakows Entenjagd und von ihrer Idee von Jazz, die man auch ohne weiteres „Taaahhht!!!“ nennen könnte.
Wein beschreibt das Etikett als beerig mit einer Spur schwarzen Pfeffers. Zwar trifft beides auch auf die Pilze zu, doch nähert man sich ihnen eleganter auf anderen Wegen. Wären die Pilze ein Werbespot für den Beruf des Streifenpolizisten, würde dieser wohl lauten: Die Pilze – so direkt wie das Leben. Denn ihre Musik gelangt ohne Umwege über Radiostationen, Fahrstühle oder Daily Soaps direkt irgendwo in die Gegend zwischen Hirnrinde und Beckenboden. Und ihre Musik ist kompakt wie eine Quitte, die Frucht des einfachen Mannes, die sich die feinen Herrschaften gerne als Gelee aufs Brot schmieren. Der Melancholiker verzehrt sie als Quittenbrot, denkt dabei an Weihnachten bei Grossmutter und summt leise „Sele Leondra“ vor sich hin.
Mit jungen Bands ist es ähnlich wie mit alten Küchen. Man sitzt um einen gekachelten Ecktisch und trinkt Kaffee. Man lacht, verdrückt schon mal die ein oder andere Träne, nimmt alles nicht so ganz ernst, tanzt auf dem Tisch und erzählt sich Geschichten. Sieht man davon ab, die Bandgeschichte mit Kindheitsanekdoten über ums Lagerfeuer springende Blockflötenrowdies auszuschmücken, ist sie schnell erzählt. Die Pilze wurden 2006 vom Saxophonisten Benedikt Reising gegründet und werden sich so schnell nicht auflösen. Auf die Frage warum das so ist, gibt die Band mit ihrem Debutalbum „Wer Sind Die Pilze“ eine klare Antwort.
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