November
Der November-Blog von Christoph Thoma
Umdenken bei den Grazer Spielstätten
„Die Großen retten die Kleinen" lautete die Devise der Sparmaßnahmen des Landes Steiermark für den Kulturbereich. Dies trifft auch die Grazer Spielstätten, die gegenüber der letzten Saison seit Oktober 2011 eine Korrektur des künstlerischen Profils vollziehen müssen.
Die Grazer Spielstätten versuchten von Anfang an neue Wege zu beschreiten, sei es im Hinterfragen des eigenen Tuns oder im Implementieren von neuen Formaten, etwa in Form partizipativer Kunstprojekte. Im vergangenen Jahr konnte ein kreatives Kunstprojekt mit Tischler-Lehrlingen der Landesberufsschule Fürstenfeld realisiert werden. Für die Grünfläche des Kulturcafés im Orpheum wurden kunstvolle Sitzmöbel produziert und der Öffentlichkeit übergeben.
Aktuell sei auf folgendes Erfolgsprojekt hingewiesen:
Cinello, das neue Konzertformat für Kinder von 1 bis 3 Jahren, das die Grazer Spielstätten gemeinsam mit der Jeunesse Österreich entwickelt haben. Dieses Projekt wurde auch mit einer Förderung der Ernst von Siemens-Musikstiftung ausgezeichnet.
Dokumentation: http://www.youtube.com/watch?v=hjZrtW61unA
Start im Herbst: 10. November 2011, 14:30 und 16:00 Uhr, Orpheum
Schwerpunktbildungen können in dieser Spielzeit nur bedingt realisiert werden. Durch die Fixkosten im Personal und in der Infrastruktur wirken sich die geänderten finanziellen Rahmenbedingungen im Programm und im Marketing aus.
Koproduktionen durch budgetären Veränderungen werden reduziert
Die Premiere von „Der magische Klang und die Schurken" mit dem Grazer Regisseur Simon Windisch, eine Koproduktion mit der Philharmonie Luxembourg, den Bregenzer Festspielen und der Jeunesse Österreich, die von den Grazer Spielstätten lanciert wurde, fand Anfang Juli im Cross Culture Programm der Bregenzer Festspiele statt.
Aufführungen in Graz: 29. November 2011, 10:00 und 15:00 Uhr im Orpheum.
Kooperationen und Wissenstransfer auch 2011/12
Kunstvermittlung für junges Publikum ist ein Essential für Kulturveranstalter. Ein Schwerpunkt 2012: Ein langfristiges Vermittlungsprojekt zur Musik von Dimitrij Schostakowitsch mit der Volksschule Graz-Gabelsberger zum Siegerprojekt des internationalen „junge ohren preises 2010": Eine Reise nach Brasilien nach dem gleichnamigen Roman von Damiil Charms.
Die Jazzplattform im Orpheum ist ein zentrales Element der Programmplanung. So kann die Zusammenarbeit mit der Jazzwerkstatt Graz, die auch 2012 ihr Festival im Orpheum abhalten wird, prolongiert werden. Die Reihe „Fat Tuesday" wird hinkünftig in Form von zwei komprimierten Wochenenden neu ausgerichtet werden (Start: 3. und 4. Februar 2012 im Orpheum).
Die Zusammenarbeit mit dem Austrian Soundcheck, der auch 2011 wieder spannende Jazzprojekte nach Graz bringen wird, steht im November unter dem Titel „Fremd sein". Parallel dazu haben die Grazer Spielstätten eine breit angelegte Social Media-Kampagne (siehe: http://grazerspielstaetten.wordpress.com/) gestartet.
Ebenso weiterhin im Programm: Die Reihe Prime Time Jazz @ Orpheum" der KUG Graz, die Reihe Music-Act sowie der Theatermontag des Theater im Bahnhof, das spleen-Festival wird im Februar 2012 mit den Grazer Spielstätten kooperieren, das Mezzanin Theater wird weiterhin eine Produktion im Orpheum präsentieren. Neu ist die Zusammenarbeit mit dem Theater Mundwerk, die 2012 erstmals im Orpheum produzieren werden.
Auf Grund der budgetären Entwicklung wird es 2011/12 das Literaturfestival und das Festival „Salam.Orient" im Orpheum nicht mehr geben. Das Ausstellungsprogramm, das schwerpunktmäßig regionalen KünstlerInnen wie Markus Hofer oder Johannes Gellner, aber auch renommierte Namen wie Lukas Hüller ins Orpheum brachte, wird von bis dato 9 auf 4 reduziert.
Eröffnung: Interventionen mit Markus Hofer am 10. November 2011, 19:00 Uhr, Orpheum
Wienerlied Festival als Frühjahrsschwerpunkt
Die unglaubliche Wirkung des Wienerliedes mit tiefsinnigen Texten, die zum Denken anregen, bilden die Basis für ein dreitägiges Wienerlied-Festival im März 2012, das neben den Strottern auch 5/8erl in Ehren sowie das Duo BoA BoA nach Graz bringen wird
Neue Initiativen
Die Grazer Spielstätten werden weiter arbeiten und neue Impulse setzen. So kann 2012/13 eine große Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen, der Jeunesse Österreich und der Anton Bruckner Privatuniversität Linz realisiert werden. Ebenso neu: Ein Theaterwettbewerb für Kinder ab 3 Jahren als Zielgruppe - in Zusammenarbeit mit dem Dschungel Wien und dem Theater des Kindes Linz im Herbst 2012.
Denkfabrik - Kunst und Kommunikation
Die Grazer Spielstätten, das netzwerk junge ohren Berlin sowie die freie Redakteurin, Moderation und Produzentin Andrea Thilo (u.a. Rhythm is it) haben eine Denkfabrik zu essentiellen Fragen des Kunstbetriebes initiiert. Premiere ist Mitte November im Rahmen des YEAH-Awards in Osnabrück. Das zweite Format zu Fragen von finanzieller Planungssicherheit im Zuge der globalen Sparmaßnahmen, die Kulturschaffende und Institutionen gleichermaßen treffen, findet im April 2012 in Graz statt. Ein aktuelles Thema, nicht nur für die Steiermark.
Aktuelle Meilensteine:
- Rocky Roccoco, von den Grazer Spielstätten lanciert und gemeinsam mit der Philharmonie Luxembourg und den Bregenzer Festspielen koproduziert, ist für den internationalen YEAH-Award, dem europäischen Preis für Musikvermittlung, nominiert. 170 Projekte wurden eingereicht, 15 sind nominiert. Die Preisträger werden am 19. November 2011 in Osnabrück bekannt gegeben.
- Short Stories, eine Koproduktion der Grazer Spielstätten und @tendance, ist im Jänner 2012 zu Gast bei der Jeunesse im Wiener Konzerthaus.
Kommentare, Fragen, Feedback an den Autor: christoph.thoma@spielstaetten.at
Vorankündigung: Der Dezember-Blog von Christoph Thoma
Aktivierende Kulturpolitik - Angebote an partizipativen Prozessen für das Publikum

