Dezember
Der Dezember-Blog von Christoph Thoma
Aktivierende Kulturpolitik:
Angebote an partizipativen Prozessen für das Publikum
Im Wissen, dass wir in einer Zeit großer Veränderungen leben, muss es Aufgabe von Kunst sein, das gesellschaftliche und somit das kulturelle Leben zu hinterfragen. Kultur ist ein Angebot an die Bevölkerung und an das Publikum, sich mit Kunst und Kultur selbst zu befragen sowie sich mit Utopien und Traditionen auseinanderzusetzen. Dazu gehört, dass Bevölkerung und Publikum aktiv teilnehmen oder als Rezipienten neue Erkenntnisse gewinnen. Darauf aufbauend ist es eine zentrale Aufgabe von Kulturförderung, dem Individuum in seinem Handeln und Denken Angebote zu unterbreiten.
Folglich entsteht ein intensiver Diskurs über Kunst und Gesellschaft, als Basis für eine erfolgreiche Arbeit am Standort. Kulturzentren müssen, wollen sie zeitgemäß und gesellschaftsrelevant agieren, über ihr konkretes Programm hinaus wirken.
Kunstvermittlung, so genannte aktivierende Kulturpolitik, die Menschen aktiv zu kreativen Handlungen anleitet und motiviert, und insbesonders Kinder- und Jugendprojekte sind kein Marketinginstrument, um an neue Zielgruppen heranzukommen. Oberstes Ziel muss die Etablierung der Kunstvermittlung als eigenständige Rezeptionsform sein. Nur so können Menschen an Kunst herangeführt werden. Menschen sollen erfahren, wie Kunst funktioniert, nicht belehrend, sondern durch Arbeitsprozesse angeleitet, die sie partizipierend mitsteuern können. Zielgruppenorientierte Marketingstrategien können dieses Bestreben unterstützen. Im Fokus bleibt aber der Mensch!
Die Innovation: Kunstvermittlung muss auch im so genannten traditionellen Veranstaltungsbetrieb als unumgänglich wahrgenommen und positioniert werden.
Kommentare, Fragen, Feedback an den Autor: christoph.thoma@spielstaetten.at
Vorankündigung: Der Jänner-Blog von Christoph Thoma
Die Bedeutung von Wettbewerben für Kulturveranstalter

